Helmut Schmidt fordert Auflösung von Steuerparadiesen

Veröffentlicht am 06.06.2007 in Bundespolitik

Drei Gründe, weshalb das Gipfeltreffen in seiner aktuellen Form abgeschafft werden muss.

Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD) hat die führenden Wirtschaftsnationen vor dem G8-Gipfel aufgerufen, für eine Auflösung der so genannten Steuerparadiese zu sorgen. „Man könnte durch amerikanische, deutsche oder englische Gesetzgebung sämtliche karibischen Steuerparadiese austrocknen, dazu Luxemburg, Zypern und andere“, schreibt Schmidt in der jüngsten Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Schmidt kritisiert die globalisierten Finanzmärkte. „Dieser Zustand ist eine Gefahr für die Funktionsfähigkeit der Weltwirtschaft insgesamt. Wir haben einen Überfluss an Liquidität auf der ganzen Welt. Das ist lebensgefährlich“, warnte Schmidt.
Schmidt fordert die G8-Teilnehmer auf, in ihre Reihen auch China, Indien und Saudi-Arabien aufzunehmen. „Es wäre sinnvoll und zweckmäßig“, sagte Schmidt, „auch die Öl und Gas produzierenden Länder einzuladen.“ Außerdem fordert Schmidt die Industrieländer auf, ihre Agrarmärkte für Entwicklungsländer zu öffnen. „Dass sie dies nicht tun ist ein Skandal, dagegen können die Leute in Heiligendamm mit Recht protestieren“, betonte der Alt-Kanzler.

 

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Katja Mast