„Sterbebegleitung: Lebensende zwischen Selbstbestimmung und staatlicher Regulierung“ – dieses höchst sensible und moralische Thema diskutierte Katja Mast am vergangenen Dienstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der Pforzheimer Versöhnungsgemeinde. Auf Einladung von Pfarrerin Dorothea Patberg kamen neben der SPD-Bundestagsabgeordnete der Pforzheimer CDU-Abgeordneten Gunther Krichbaum, der Grünen-Abgeordnete Matthias Gastel sowie die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben Elke Baezner und der ehemalige Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands Nikolaus Schneider.
In respektvollen und vorurteilsfreien Beiträgen erzählten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion an diesem Abend, welche moralischen und persönlichen Maßstäbe sie zur Beurteilung der passiven Sterbehilfe anlegen und auf welcher Grundlage sich ihrer Meinung nach eine möglichst menschennahe Regelung finden lassen kann.
„Besonders beeindruckt haben mich Nikolaus Schneider und seine Frau, die in ihrer Ehe den Spagat der unterschiedlichen Positionen offen leben und auch diesem Spagat eine glaubhafte Stimme in der Öffentlichkeit geben“, erklärte Katja Mast nach der Veranstaltung. Sie selbst habe sich über den Kommentar eines Besuchers gefreut, der ihr und den anderen Podiumsteilnehmern ein freundliches und ausgewogenes Miteinander auf dem Podium bescheinigt hat. Alle Podiumsteilnehmer machten deutlich, dass sie nicht für eine aktive Sterbehilfe sind.
„Ich selbst unterstütze den Antrag der Bundestagsabgeordneten Carola Reimann, Peter Hintze und Karl Lauterbach. In dem Antrag wird eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorgeschlagen, damit die Entscheidung über das eigene Lebensende, die auch nach heutiger Gesetzeslage nicht strafbar ist, keine weitere (strafrechtliche) Tabuisierung erfährt. Vielmehr setze ich mich für die Möglichkeit einer möglichst selbstbestimmten Entscheidung jedes Menschen ein, der im Extremfall auf die vertrauensvolle Hilfe seines Arztes zurückgreifen können soll“, erklärt Mast.
Die geplante gesetzliche Regelung zur Sterbebegleitung geht am 6. November in die letzte parlamentarische Lesung und daraufhin entscheidet der Deutsche Bundestag, wie künftig mit dem menschlichen Wunsch nach einem würdevollen und freigewählten Tod umgegangen werden soll. „Ich freue mich auf diese Debatte. Noch wichtiger ist, dass wir am Tag davor über deutliche Verbesserung bei der Palliativmedizin und der Förderung der Hospizangebote abstimmen – denn alle wollen leben und deshalb geht zuerst darum, das Leben gut und erträglich zu gestalten, auch wenn eine unheilbare, den Tod herbeiführende, Krankheit den letzten Lebensweg prägt. Für mich gehört zum Leben lassen auch das Sterben lassen dazu“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete für Pforzheim und den Enzkreis.
Die im Bundestag zu beratenden Anträge unterteilen sich grundsätzlich in ihrer Reichweite der persönlichen Selbstbestimmung und den staatlichen Instrumenten zur Festlegung gesetzlicher Grenzen. Alle Anträge sind hier zu finden.