Weiterhin großes Chaos in der Bildungspolitik in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am 04.03.2010 in MdB und MdL

Thomas Knapp: "Die Landesregierung hat noch immer keine Ahnung, wohin sie in der Bildungspolitik eigentlich will!“

Thomas Knapp begrüßt die Einsicht von Justizminister Goll, dass zukünftig jede Schule einen Schulsozialarbeiter bekommen soll. Allerdings weist der SPD-Landtagsabgeordnete auch darauf hin, dass es bisher immer die Landesregierung war, die bei der Einrichtung von Schulsozialarbeiterstellen auf „stur geschaltet“ hat und hierbei die Städte und Gemeinden alleine gelassen habe. Dennoch freut sich Knapp über den neuen Erkenntnisgewinn von Justizminister Goll. Thomas Knapp: „Die Einsicht kommt zwar spät, aber sie kommt.“

Was Knapp jedoch an Golls Vorstoß strikt ablehnt, ist der Vorschlag, dass reguläre Lehrerstellen in Schulsozialarbeiterstellen umgewandelt werden sollen. Aus Knapps Sicht müssen die Schulsozialarbeiterstellen echte neue Stellen sein. Verschiebebahnhöfe und Taschenspielertricks nach dem Prinzip „rechte Tasche – linke Tasche“ lehnt er ab. Thomas Knapp: „Den Schulen und unseren Kindern ist nicht wirklich geholfen, wenn zwar ein Schulsozialarbeiter da ist, aber deswegen noch mehr Unterrichtsstunden als bisher ausfallen!“

Interessant sind in diesem Zusammenhang für Knapp die Äußerungen der neuen Kultusministerin Schick. Diese lehnt anscheinend, ganz im Gegensatz zu ihrem Kabinettskollegen Goll, eine Ausweitung der Schulsozialarbeit ab. Anders, so Thomas Knapp, könne man ihre Äußerungen in der Landespresse vom 3. März nicht verstehen. Die Ministerin hatte dort erklärt, dass nicht automatisch mehr Schulsozialarbeiterstellen im Land gebraucht würden.

Thomas Knapp: „Meine Befürchtung, dass Mappus lediglich den Ressortchef ausgetauscht hat und eigentlich gar keine neue Inhalte setzen will, scheint sich also zu bestätigen.“ Baden-Württemberg, so der SPD-Landtagsabgeordnete, benötige aber grundlegende Verbesserungen im Bereich der Bildungspolitik. Ob die CDU jedoch die Kraft hat, sich dafür zu öffnen, bezweifelt Knapp. Schließlich habe die Fraktion unter der Führung von Mappus, das bisherige Vorgehen von Schicks Vorgänger Rau vollständig unterstützt. "Der Austausch eines Ministers ohne eine neue Bildungspolitik ist und bleibt ein reiner Marketinggag und bringt den Schülern und Eltern im Land nichts", so Knapp.

Von der SPD-Landtagsfraktion lägen alle notwendigen Vorschläge zur Verbesserung der Bildungspolitik im Landtag auf dem Tisch. „Sie müssen“, so Knapp abschließend, „nur umgesetzt werden“.

Timo Steinhilper

 

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